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09.01.2018

Ausgedehnter Zimmerbrand: Decke brennt durch (09.01.2018)

Einsatzstichwort: FEU Wohnung
Einsatzmeldung: Rauchentwicklung aus Wohnung
Einsatzort: Einbecker Straße, Holzminden
Alarmierte Schleifen: Mittelschleife Brand
Fahrzeuge: LF 20/16, DLK 23/12, ELW 1, HLF 20/16, SW-KatS, MTW-EL m. FwA-Transport
Eingesetzte Kräfte: 40
Alarmzeit: 06:21

Bericht:
Am frühen Dienstagmorgen wurde der erste Zug der Feuerwehr Holzminden zu einem ausgedehnten Zimmerbrand gerufen. Ein Bewohner des Hauses in der Einbecker-Straße entdeckte das Feuer in seiner Wohnung, als er von der Nachtschicht zurückkehrte und alarmierte umgehend die Feuerwehr.

Sofort nach dem Eintreffen des LF 20/16 ging ein Trupp unter Atemschutz zur Brandbekämpfung in das Gebäude vor. Schnell wurde klar, dass sich keine Personen mehr im Gebäude befanden. Die Flammen im ersten Obergeschoss konnten mit einem C-Rohr schnell niedergeschlagen werden.

Parallel dazu ging vom HLF 20/16 ein weiterer Angriffstrupp mit einem C-Rohr vor, um das Dachgeschoss zu kontrollieren und abzusuchen. Dieser Angriff wurde kurz darauf abgebrochen, da das Feuer bereits ein Loch in den Fußboden des Dachgeschosses (bzw. die Decke des 1. OG) gebrannt hatte. Durch dieses Loch herrschte bei absoluter Dunkelheit im dichten Brandrauch eine erhebliche Absturzgefahr. Auch konnte die Tragfähigkeit des restlichen Holz-Lehm-Fußbodens nicht gewährleistet werden, da dieser aufgeweicht war und die Balken eine erhebliche Brandzehrung aufwiesen.

Da die Gefahr eines Übergriffs auf das Gebäudedach bestand, wurde die Drehleiter mit Wenderohr und einem Atemschutzgeräteträger eingesetzt um das Dach zu kontrollieren und ggf. sofort eingreifen zu können. Die Wasserversorgung wurde über die Fahrzeugtanks sowie einen Unterflurhydranten aufgebaut. Auch zwei vierteilige Steckleitern wurden an dem etwas von der Straße zurückgesetzt liegenden Gebäude in Stellung gebracht, um dem zweiten Angriffstrupp einen zweiten Rettungsweg zu bieten bzw. Zugriff auf das Dach zu haben. Glücklicherweise konnte durch den schnellen Einsatz im Innenangriff die Brandausbreitung rechtzeitig aufgehalten werden. 

Der zunächst im Dachgeschoss eingesetzte Trupp übernahm im Anschluss die Nachlöscharbeiten im ersten Obergeschoss. Hierzu kam auch die Wärmebildkamera zum Einsatz. Mobiliar und Holzdecke wurden sorgfältig kontrolliert, aufflammende Brandnester abgelöscht. Da im Dachgeschoss ebenfalls Brandnester vermutet wurden, ging ein dritter Angriffstrupp zu einem neuen Versuch dorthin vor. Die Wärmebelastung war inzwischen gesunken und durch geöffnete Fenster war auch die Sicht um einiges besser, sodass dieser Trupp auch im Dachgeschoss alle Glutnester ablöschen konnte, die hin und wieder erneut aufflammten.

Zu guter Letzt galt es die Brandwohnung auszuräumen. Auch die Decke im ersten Obergeschoss musste komplett geöffnet werden, um das Dämmmaterial nach draußen zu befördern und weitere Brandnester sicher auszuschließen. Hierzu wurden insgesamt drei Atemschutztrupps (darunter einer mit Filtermaske) eingesetzt. Weitere Brandnester wurden allerdings nicht gefunden.

Während des gesamten Einsatzes wurden die Einsatzkräfte durch einen Rettungswagen des Landkreises, bzw. später der Johanniter-Unfallhilfe abgesichert. Die Ermittlungen zur Brandursache wurden durch die Polizei aufgenommen. Personen kamen bei diesem Brand nicht zu Schaden, lediglich eine Katze konnte durch die Einsatzkräfte nur noch tot geborgen werden. Am Gebäude entstand ein erheblicher Schaden, Ober- und Dachgeschoss sind nicht mehr bewohnbar, die Bewohner des Erdgeschosses und eines Anbaus konnten in ihre Wohnungen zurückkehren.

Für die Atemschutz- und Gerätelogistik an die Einsatzstelle wurde ein Mannschaftstransportwagen mit Anhänger eingesetzt. Nach gut fünf Stunden war der Einsatz der Feuerwehr inklusive Nachbereitung am Gerätehaus in der Wallstraße beendet.

Kategorie: Einsätze-Fw-Holzminden
Von: G. Hartmann/J. Schwingel
Fotos: Feuerwehr/G. Hartmann/M. Stahlmann/D. Kumlehn