Fachwerkhaus in Vollbrand - Feuer droht überzugreifen (29.01.2026)
Einsatzstichwort: F2 Wohnung / F3 Wohnung (1. Nachalarm)
Einsatzmeldung: im EG / Alarmstufenerhöhung Nachalarm – bestätigtes Feuer (1. Nachalarm)
Einsatzort: Johannisstraße, Holzminden
Alarmierte Schleifen: Mittelschleife 2, Großschleife Holzminden
Fahrzeuge: LF 20/16, DLAK 23/12, HLF 20/16, ELW 1, LF 16-TS, TLF 4000; LF 8/6, WLF mit AB-Sondergeräte, SW-KatS, RW, MTW, MTW, KdoW, MZF mit Anhänger (Freiwillige Feuerwehr Holzminden) sowie weitere Fahrzeuge der Kreisfeuerwehrbereitschaft, Ortsfeuerwehr Stadtoldendorf, Werkfeuerwehr Symrise, des THW OV Holzminden und Northeim sowie der Johanniter-Unfall-Hilfe OV Holzminden
Eingesetzte Kräfte: etwa 100 (insgesamt)
Alarmzeit: 04:36 Uhr / 04:42 Uhr (1. Nachalarm)
Bericht:
Am frühen Morgen des 29. Januar 2026 wurde die Ortsfeuerwehr Holzminden zu einer Feuermeldung in einem leerstehenden Wohnhaus in die Johannisstraße alarmiert. Nach Angaben der ersten Anrufenden, alarmierte die Kooperative Regionalleitstelle Weserbergland in Hamlen die Freiwillige Feuerwehr zunächst in Zugstärke zu einem Wohnungsbrand im Erdgeschoss. Aufgrund weiterer Notrufwählerinnen und -wähler sowie der ersten Lageerkundung durch Holzmindens Stellv. Stadtbrandmeister Holger Kleinod, welcher im weiteren Verlauf auch die Einsatzleitung übernahm, wurde aufgrund eines raschen Übergriffs der Flammen der Vollbrand des Gebäudes gemeldet. Die Leistelle erhöhte daraufhin mit dem Einsatzstichwort „Feuer 3 (F 3)“ auf Vollalarm für die Ortsfeuerwehr Holzminden.
Beim Eintreffen der ersten Einheiten stand das Gebäude in der Johannisstraße 8 bereits in Vollbrand. Aufgrund der engen Bebauung in der Altstadt hatte das Feuer zu diesem Zeitpunkt bereits auf den Dachbereich des Nachbargebäudes in der Johannisstraße sowie auf ein weiteres Nachbargebäude in der Hinteren Straße übergegriffen. Umgehend wurde zwei massive Riegelstellungen eingeleitet, um eine weitere Ausbreitung in den Straßenzügen zu verhindern. Hierfür kamen neben dem Drehleiterfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Holzminden auch der Teleskopgelenkmast der Werkfeuerwehr Symrise zum Einsatz. Zur Unterstützung und für einen weiteren Angriffsweg zur Bekämpfung des Brandes am Brandobjekt wurde zudem ein Löschzug der Ortsfeuerwehr Stadtoldendorf mit einem zusätzlichen Teleskopgelenkmast nachalarmiert.
Die Löschwasserversorgung wurde durch zwei B-Leitungen direkt aus der Weser sichergestellt, um die Hubrettungsfahrzeuge und die handgeführten Rohre ausreichendmit Löschwasser zu versorgen. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund der winterlichen Witterung schwierig; glatte Straßen und Wege sowie gefrierendes Löschwasser machte den Einsatz von Streufahrzeugen der Stadtwerke Holzminden im Bereich des Johannismarktes und der Johannisstraße erforderlich. Parallel zu den Löscharbeiten stellten die Versorgungsbetriebe Gas und Strom für das Brandobjekt ab.
Im weiteren Verlauf des Vormittags zeigte sich, dass das betroffene Gebäude einsturzgefährdet war und immer wieder Glutnester aufflammten, welche von außen nicht erreicht werden konnten. Ein Innenangriff war jedoch nicht mehr möglich, so dass sich die Einsatzleitung in Rücksprache mit Stadtverwaltung und Eigentümer für die Abtragung des Hauses entschieden. Fachberater des THW (Ortsverbände Holzminden und Northeim) wurden hinzugezogen, um die Statik mittels eines ESS-Systems (Elektronisches Sicherungssystem) zu überwachen. Nach entsprechender Beurteilung wurde ein Abrissunternehmen beauftragt. Mittels eines Kettenbaggers wurde das ausgebrannte Fachwerkhaus nach und nach abgetragen.
Die Anzahl an rund 100 Einsatzkräften, der erforderliche Materialeinsatz, der winterlichen Witterung sowie der über 15-stündigen Einsatzdauer machten eine umfangreiche Einsatzstellenlogistik und Verpflegung erforderlich. Die Verpflegungskomponente der Kreisfeuerwehr Holzminden und die Johanniter-Unfall-Hilfe richteten eine Versorgungsstelle sowie Aufenthaltsmöglichkeiten ein. Zur Dekontamination der Einsatzkräfte wurde ebenfalls die Hygienekomponente der Ortsfeuerwehr Holzminden eingerichtet.
Gegen 15:00 Uhr konnte die Wasserversorgung aus der Weser sowie erste Einsatzabschnitte zurückgebaut werden. Die Nachlösch- und Abtragungsarbeiten zogen sich jedoch bis in den Abend hin. Nachdem das Gelände mit Bauzäunen gesichert war, wurde die Einsatzstelle gegen 20:00 Uhr an die Polizei übergeben.
Die Ortsfeuerwehr Holzminden möchte an dieser Stelle allen am Einsatz beteiligten Feuerwehren und Hilfsorganisationen für die hervorragende Zusammenarbeit und Unterstützung bei der Bewältigung dieser fordernden Einsatzlage Dank aussprechen. Gleiches gilt für die Anwohnerinnen und Anwohner, welche eigeninitiativ warme Getränke gereicht hatten. Vielen Dank!
Kategorie: Einsätze-Fw-HolzmindenVon: F. Kleinod/G. Meyer; Fotos: G. Hartmann/F. Kleinod
















